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M6G - post-operative Schmerzen

Morphin in verschiedenen Formulierungen ist derzeit der Gold-Standard für die Behandlung mittlerer bis starker Schmerzen nach operativen Eingriffen. Dabei wird die Anwendbarkeit von Morphin häufig durch seine unangenehmen Nebenwirkungen eingeschränkt. Im Vordergrund stehen dabei Übelkeit und Erbrechen. Ein pharmakologisch aktiver Morphin-Metabolit, Morphin-6-glucuronid (M6G), könnte gegenüber Morphin therapeutische Vorteile bieten, zeigt er doch einen ebenso starken schmerzstillenden Effekt, führt aber gleichzeitig wesentlich seltener zu Übelkeit, Erbrechen oder einer Hemmung der Atemtätigkeit.

In klinischen Studien der Phasen I und II konnte gezeigt werden, dass sich bei mittleren bis starken post-operativen Schmerzen durch intravenös verabreichtes M6G eine Morphin-äquivalente Schmerzreduktion erreichen lässt. Diese von CeNeS durchgeführte Studien, ebenso wie weitere aus der wissenschaftlichen Literatur bekannte Studien, legen darüber hinaus nahe, dass M6G im Vergleich zu Morphin seltener post-operative Übelkeit und Erbrechen auslöst, sowie weniger häufig zu Benommenheit und Atemdepression führt.

Bisher wurden zwei Phase-III-Studien mit M6G durchgeführt. Die erste Studie umfasste 167 Patienten aus drei europäischen Ländern. Dies litten unter post-operativen Schmerzen nach einer unter Spinalanästhesie durchgeführten Knieoperation. Die Studie bestätigte die Wirksamkeit einer einmaligen Gabe von M6G. Hinsichtlich Übelkeit lagen M6G und Placebo auf einem vergleichbaren Niveau.

Auch die Ergebnisse der zweiten Phase-III-Studie wurden bereits veröffentlicht. 517 Patienten mit mittleren bis starken postoperativen Schmerzen nach einer größeren Bauch-Operation nahmen an der Studie teil und erhielten entweder M6G oder Morphin. Dabei zeigte sich, dass sich mit M6G eine ebenso gute Schmerzreduktion wie mit Morphin erreichen ließ, die Häufigkeit von Übelkeit und Erbrechen in mehreren Meßgrößen aber niedriger lag.

PAION erwarb M6G im Rahmen der Akquisition der CeNeS. Im Anschluss an die Transaktion initiierte PAION eine Meta-Analyse der klinischen Daten, um die bisherigen Studienergebnisse neu zu bewerten und so eine klarere Aussage über den Status des M6G-Entwicklungsprogramms zu erhalten. Die jetzt abgeschlossene kombinierte Auswertung von insgesamt 769 Patienten bestätigt die analgetische Wirkung von M6G und zeigt darüber hinaus eine signifikante Reduzierung sowohl von Übelkeit als auch Erbrechen im Vergleich zu Patienten, die Morphin erhalten hatten.

Parallel zur Meta-Analyse durchgeführte Modellrechnungen, bei denen Dosis-Wirkungs-Zusammenhänge sowie pharmakodynamische Effekte untersucht wurden, unterstützen das Profil von M6G im Hinblick auf schmerzstillende Eigenschaften und Nebenwirkungen und reproduzieren darüber hinaus die beobachtete längere Wirkungsdauer im Vergleich zu Morphin. Auf der Basis des Modells könnte M6G nach Ansicht von PAION auch bei höheren Dosen eine bessere Verträglichkeit als gleich schmerzstillende Dosierungen von Morphin aufweisen.

 

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